Rück- & Ausblick 

März 2022

Schon während der Pandemie der letzten zwei Jahre zeichnete sich ein baldiges Ende der Globalisierung ab. Der Einmarsch Russlands ins Nachbarland hat nun aber definitiv die Weltordnung beendet, an die wir uns seit dem Ende des Kalten Krieges vor über 30 Jahren gewöhnt hatten. Verschiedene Faktoren erscheinen nun in einem völlig anderen Licht und haben Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Der Westen rüstet nun massiv auf und der Osten sitzt auf den lukrativen Rohstoffvorräten der Welt und darf diese wegen der verhängten Sanktionen nicht mehr in den Westen liefern. Diese Entwicklungen haben einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Anlagepolitik. Unser grösstes Sorgenkind ist die immer stärker ansteigende Inflation geworden, welche unsere Notenbanker noch bis vor kurzem lediglich als „kurzfristigen Ausrutscher“ betrachtet haben. Nun plötzlich stehen wir vor der Tatsache, dass die Inflationsraten wohl für sehr lange Zeit hoch bleiben oder gar weiter ansteigen werden. Durch den Krieg in der Ukraine haben sich die bestehenden Lieferengpässe von dringend notwendigen Produkten nochmals verschärft. Die Sanktionen gegenüber Russland haben insbesondere die Öl- und Gaspreise in die Höhe katapultiert. Die Ukraine gilt als die Kornkammer der Welt mit einer Produktion von über 100 Millionen Tonnen Getreide jährlich, was nun zumindest in diesem Jahr ausbleiben wird. Die Folgen sind weiter steigende Preise von Nahrungsmitteln und als direkte Folgen die Gefahr von weltweiten Hungersnöten. Die Blockierung der Notenbankreserven Russlands in den USA und Europa als Druckmittel ist nachvollziehbar, hat wohl aber langfristig insbesondere für die USA negative Auswirkungen, denn Länder wie China, Indien und Saudi-Arabien müssen sich nun berechtigt die Frage stellen, ob deren Notenbankguthaben in den USA oder Europa noch sicher sind.
Erst letztes Wochenende hat die USA China mit ernsthaften Sanktionen gedroht, falls westliche Sanktionen gegenüber Russland untergraben werden. Diese Länder werden mittelfristig wohl ihre Notenbankguthaben aus dem Westen abziehen und anderweitig diversifizieren. Für die USA stellt dies jedoch ein gigantisches Problem dar, da insbesondere China und Saudi-Arabien einen grossen Teil der amerikanischen Staatsschulden mitfinanzieren. Es ist nun ernsthaft damit zu rechnen, dass mit diesen Sanktionen wohl das baldige Ende des US-Dollars als Leitwährung der Welt eingeläutet wurde. Die amerikanische Notenbank hat angekündigt, dass sie die Leitzinsen in den nächsten Monaten erhöhen, um der Inflation entgegenzuwirken. Dies ist jedoch ein gefährliches Unterfangen, da mit steigenden Zinsen der Wirtschaftsaufschwung ins Wanken geraten könnte und das Land anschliessend in eine Rezession abgleiten dürfte. Auch gilt es zu berücksichtigen, dass sich die USA allzu hohe Zinsen aufgrund der massiven Verschuldung gar nicht leisten können, da allein der Schuldendienst einen Grossteil der Steuereinnahmen verschlingt. Im aktuellen Umfeld mit derart ungewissen Zukunftsaussichten ist es absolut notwendig, die Anlagen breit zu diversifizieren. Nebst einer erhöhten Liquidität favorisieren wir qualitativ hochwertige Aktien und setzen auf zukunftsorientierte Bereiche wie Klimawandel und Grüne Technologien. Unsere Edelmetallanlagen haben sich im ersten Quartal sehr erfreulich entwickelt und sollten auch in den kommenden Monaten von den hohen Inflationsraten profitieren.

Trotz des vielen Leids um uns herum wünschen wir Ihnen und Ihren Familien Frohe Ostern und geniessen Sie den Frühling.

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