Rück- & Ausblick

Juli 2021

Unsere Anlagen haben sich auch im zweiten Quartal erfreulich entwickelt. Die Aktienindizes liegen weltweit zwischen 10 % bis 25 % höher als vor dem Start der Pandemie im Januar 2020. Dies könnte uns dazu verleiten zu glauben, dass die Pandemie in der Wirtschaft keinen Schaden angerichtet hat und nun mit deren Abklingen alles noch besser als zuvor aussieht. Aber wir alle, die nicht mit verschlossenen Augen durch die Welt gehen wissen, dass dies in keiner Weise der Realität entspricht.

Aber warum sind dann die Finanzmärkte derart positiv gestimmt? Die Antwort ist hauptsächlich bei den Notenbanken zu finden, welche die Wirtschaft mit massiver Liquidität unterstützen. Die Botschaft der Notenbanker lautet: Es werde noch eine ganze Weile dauern, bis wieder Normalität herrscht. Nach der Coronakrise seien die westlichen Volkswirtschaften immer noch derart geschwächt, dass sie massiver staatlicher Unterstützung bedürften. Klar, die Inflationsraten steigen momentan. Aber dabei handele es sich nur um einen „vorübergehenden“ Preisschub, glaubt Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). In nicht allzu ferner Zukunft werde sich die Inflationsdynamik wieder von allein abschwächen. So ähnlich sieht das auch ihr US-Kollege Jerome Powell, Chairman der Federal Reserve Bank (Fed): „Wir sind noch nicht über den Berg.“ Man müsse jetzt mal abwarten, wie viele neue Jobs entstehen könnten – und vorübergehend auch höhere Inflationsraten hinnehmen. Die Botschaft der beiden ist eindeutig: Auf keinen Fall dürfe man der Wirtschaft Unterstützung zu früh entziehen. Notenbanken und Finanzminister müssten weiterhin Billionen Euro und Dollar in die Wirtschaft pumpen.

Unser gesunder Menschenverstand zeigt uns aber auf, dass eine solch ausufernde Entwicklung der Notenbankgeldmengen und der Staatsverschuldungen absolut ruinös und keinesfalls nachhaltig ist und daher irgendwann zu einer Umkehr führen muss. Davor haben die Investoren jedoch panische Angst, denn dies würde die Zinsen ansteigen lassen und zu Rückschlägen an den Finanzmärkten oder gar einem Crash führen.  Alle Augen und Ohren sind daher auf jegliche Hinweise einer sich verändernden Notenbankpolitik gerichtet.

 

Das Dilemma liegt jedoch darin, dass sich die hoch verschuldeten Länder massiv höhere Zinsen aufgrund ihrer ohnehin schon explodierenden Haushaltsdefiziten schlichtweg nicht leisten können. Frei nach dem Motto „Kick the can down the road“ werden die Politiker dieses Problem wohl vorerst aussitzen und darauf hoffen, dass es sich irgendwann wie durch Zauberei in Luft auflösen wird.

Aufgrund der leicht gestiegenen Risiken haben wir die Aktienquote zu Gunsten der Liquidität etwas reduziert. Wir halten jedoch an unserer langfristig orientierten Anlagepolitik fest und legen grosses Gewicht auf eine breite Diversifikation der Anlagen.

Die fast schon euphorische Überzeugung der Investoren, dass es die Notenbanken wohl schon richten werden haben die Kursentwicklung unserer als «Versicherungspolice» geltenden Edelmetallanlagen in den letzten Monaten etwas ausgebremst. Die nun mit grösseren Fragezeichen geprägte Einschätzung der Märkte dürfte die Edelmetalle wieder vermehrt in den Fokus rücken und entsprechend von den Unsicherheiten profitieren lassen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten einen wunderschönen Sommer und geniessen Sie die nun wiedererlangte Freiheit nach den Corona Entbehrungen der letzten Monate.

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