Rück- & Ausblick

Januar 24

Sehr geehrte Damen und Herren

Die geopolitische Lage in der Welt hat sich in den letzten Wochen weiter massiv verschlechtert. Europa zeigt immer stärkere Ermüdungserscheinungen in Bezug auf die Unterstützung der Ukraine. Andererseits erscheint Russland uner-schrocken und erhöht gar den Druck. Ein friedliches Ende dieses Konflikts erscheint immer aussichtsloser und Russland ist anscheinend bereit und in der Lage, diesen Konflikt noch um Jahre zu verlängern.

Im mittleren Osten kämpft Israel seit über vier Monaten mit katastrophalen Verlusten an Menschenleben in der zivilen Bevölkerung in Gaza und die ganze Region wird immer ungehaltener. Falls nicht bald eine friedliche Beilegung dieses Konflikts gefunden wird, dürfte die Situation mit grösster Wahrschein-lichkeit eskalieren. Die USA bemühen sich mit Diplomatie diesen Krieg einzudämmen, haben aber bisher keinen von allen Seiten akzeptablen Lösungsvorschlag vorzuweisen. Die USA als einziger bisher verlässlicher Verbündeter Israels haben von ihrem Parlament für die weitere Finanzierung Israels immer noch keine Gutsprache erhalten. Dasselbe gilt für einen weiteren
Multimilliarden Kredit für die Unterstützung der Ukraine. In Asien wählt Taiwan zurzeit einen neuen Präsidenten und seit geraumer Zeit findet zwischen den USA und China ein Säbelrasseln statt, da die USA befürchten, China könnte eine feindliche Übernahme Taiwans im Schilde führen.

Wir hatten seit dem zweiten Weltkrieg keine auch nur annähernd besorg-niserregendere Bedrohungslage auf unserem Planeten. Etliche Auguren sprechen bereits von dem Risiko eines dritten Weltkrieges. Es ist aber offen-sichtlich, dass die USA keinen Krieg an drei Fronten führen könnten, was nebst der politischen Opposition auch gar nicht finanzierbar wäre. Zudem steht Amerika vor Präsidentschaftswahlen im November dieses Jahres und selbst Donald Trump möchte da gerne wieder mitspielen.

 

 

Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft waren bisher erstaunlich gering, aber mit der Eskalation der letzten Wochen im Roten Meer dürften insbesondere die Energiepreise wieder stärker ansteigen. Die Inflationszahlen in den meisten Ländern waren in den letzten Monaten rückläufig, aber notieren meist immer noch deutlich über den Zielwerten der Notenbanken. Die massiv angestiegenen Zinsen zeigen nun allmählich Bremsspuren in der Wirtschaft, weshalb die Finanzmärkte davon ausgehen, dass die Notenbanken in den nächsten Monaten die Leitzinsen wieder zu senken beginnen, um einem grösseren Wirtschaftseinbruch zuvor-zukommen. Das Dilemma von Zinssenkungen besteht aber darin, dass zu frühe Zinssenkungen das Risiko von wieder steigender Inflation beherbergen, was es deshalb gut abzuwägen gilt.

Der Schweizerfranken gilt in Krisenzeiten bei Investoren weltweit als Zufluchtsort. Hauptgründe sind die im Vergleich deutlich tieferen Inflationszahlen in der Schweiz verbunden mit einer stabilen politischen Lage. Im Verlauf des letzten Jahres hat der Schweizerfranken gegenüber dem US-Dollar um 9 % zugelegt und der Wechselkurs des Euro hat sich entsprechend um 6 % abgewertet. Dies ist für die Schweizer Konsumenten sehr erfreulich, die schweizerische Exportindustrie leidet jedoch massiv unter dem starken Franken. Die Schweizerische Nationalbank ist daher gefordert und wird die Situation genauestens verfolgen müssen.

Ein verlässlicher Ausblick der Finanzmärkte ist zu Beginn dieses neuen Jahres schlichtweg unmöglich und wir bleiben daher vorsichtig und halten an unseren breit gestreuten Anlagen fest. Die Edelmetalle haben in den letzten Wochen deutlich an Wert zugelegt, was auf die Bevorzugung «sicherer Häfen» in unsicheren Zeiten zurückzuführen ist. Die ausartende und rekordhohe weltweite Verschuldung führt zu Verlusten der Kaufkraft der entsprechenden Währungen. Gold gilt seit vielen Tausend Jahren als sicherste Anlagewährung und hat sämtliche Krisen überlebt und stets die Kaufkraft behalten. Wir sehen daher die weitere Entwicklung des Goldpreises sehr optimistisch und bleiben in dieser Anlageklasse deutlich übergewichtet.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen einen guten Start im neuen Jahr.

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