Rück- & Ausblick

Juli 2023

Seit Frühjahr 2022 hat die amerikanische Notenbank die Leitzinsen um 5 % erhöht und der Markt rechnet nun damit, dass die US-Zinsen im Verlauf des Jahres nochmals um ein halbes Prozent steigen werden. Die Inflationsraten sind zwar seit August 2022 stetig am Fallen, liegen aber immer noch deut­lich über dem Zielwert der US-Zentralbank von 2 %. Steigende Zinsen sollten das Wirtschafts-wachs­tum abbremsen und so dem Teuerungsdruck entgegen-wirken. Das Problem liegt jedoch darin, dass dieser Effekt jeweils erst mit einer Verzögerung von 12 bis 18 Monaten einsetzt und daher zum jetzigen Zeitpunkt das Ausmaß des gewollten Bremseffekts in der Wirtschaft noch nicht absehbar ist. Die ersten Nebeneffekte des massiven Zinsanstiegs haben wir bereits im Frühjahr erlebt, als plötzlich mehrere US Banken Liquiditätsprobleme zeigten und durch die Notenbank gerettet werden mussten und gipfelte dann im Untergang der Credit Suisse. Seither sind die Zinsen aber weltweit weiter angestiegen und wie von den Notenbanken kommuniziert sollten diese in der nächsten Zeit weiter erhöht werden. Risiken für die Banken bestehen zurzeit insbesondere bei den massiv hohen Krediten in Gewerbeimmobilien.

Die veröffentlichten Wirtschaftsdaten über die letzten Monate waren erstaunlich robust und stehen in krassem Gegensatz zu den negativen Erwartungen seitens der meisten Wirtschaftsanalysten.  Der wohl wichtigste Indikator ist der amerikanische Arbeitsmarkt und allen Beschönigungen von Noten­bankern und Politikern zum Trotz, schwächt sich dieser nun deutlich ab. Verbunden mit weiter steigenden Zinsen und noch höherer Verschuldung dürfte dies die Stimmung an den Finanzmärkten in den kommenden Monaten negativ beeinflussen.

In einem normalen Wirtschaftsumfeld notieren die langfristigen Zinsen immer deutlich über den kurz­fristigen Zinsen. Die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen liegen aber aktuell bei 4 % im Gegensatz zu den 2-jährigen Anleihen, welche bei 5 % notieren, was in Fachkreisen eine «negative Zinskurve» genannt wird. Solche Konstellationen haben seit 1981 sechs Mal stattgefunden und in allen Fällen aus­nahmslos zu einem Wirtschaftseinbruch geführt.

Der Krieg in Osteuropa ist immer noch weit von einer Lösung entfernt und auch die stockende Erholung der chinesischen Wirtschaft, verbunden mit einem eskalierenden Handelskrieg mit den USA und Strei­tereien um die Unabhängig-keit Taiwans hilft nicht die Stimmung in der Welt zu verbessern. Die Finanz­märkte haben sich in diesem krassen Umfeld bislang erstaunlich erfreulich gehalten, da die Investoren mehrheitlich mit einem baldigen Ende der Zins-erhöhungen gerechnet haben. Die Notenbanken wollen uns nun jedoch suggerieren, dass die bislang erstaunlich robusten Wirtschaftszahlen auch weiter­gehende Zinsschritte zur Bekämpfung der Inflation ohne negative Auswirkungen durchaus verkraften könnten. Dies war auch der Hauptgrund, weshalb der Goldpreis seit den Höchstwerten im April wieder etwas gefallen ist.

Wir gehen jedoch davon aus, dass wir in den kommenden Monaten deutlich negativere Stimmen aus der Wirtschaft hören und die Notenbanken dann gezwungen sein werden ihre aggressive Zinspolitik wieder zu überdenken.

Wir sind überzeugt von der Qualität unserer breit gestreuten Anlagen und halten weiterhin an unseren stark übergewichteten Positionen in den Edelmetallen fest. Unsere Optionsstrategien mildern zudem das Risiko bei unerwarteten Marktschwankungen.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen noch viele wunderschöne Sommertage.

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